Preisträger 2022

Foto: Katholische Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen;
https://www.meinegemein.de/

Erster Preis:

Wer weiß denn sowas?

Ekki-TV“ – Das Düsseldorfer Erstkommunion-Fernsehen
Wo ist denn der Mülleimer in der Kirche? Keine Ahnung? Die Erstkommunion-Kinder der katholischen Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen wissen das, denn sie gucken „Ekki-TV“.

Nach dem Beispiel der „Sendung mit der Maus“ erklärt „Ekki-TV“, das Düsseldorfer Kinderkommunion-Fernsehen, via Youtube-Kanal möglichst einfach, unterhaltsam, aber religionspädagogisch wertvoll die Inhalte der Erstkommunionvorbereitung. Die Sendung mit dem Ekki – mit Pastoralreferent Martin Kürble, mit Kaplan Juan Riquelme Cano und dem Koki-Coach-Team – hat seit ihrem Start im Corona-Jahr 2021 inzwischen Kult-Status bei den Kommunionkindern, ihren Familien und Freunden entwickelt; manche schreiben ihr sogar ein gewisses Suchtpotential zu.

Und wer ist nun dieser Ekki? Er ist das Maskottchen der Erstkommunionkinder, ein freundliches rundes Wesen mit Armen und Beinen, das sich – mit gleichem Wissensstand wie die Kinder – als Wegbegleiter zur Kommunion mit auf den Weg macht und seither die Begleitmappe außen und innen ziert, die die Kinder in einer Kick-off-Veranstaltung erhalten. Ekki ist außerdem zu finden auf den Team-Shirts der Koki-Coaches und existiert als Kuschelwesen für jede Kleingruppe, als große Handpuppe für Kirchenkatechesen, als Laterne, auf Stempeln, Kerzen, Taschen und Stickern, als Schlüsselanhänger und Plätzchenform sowie über den Merchandising-Shop der Seelsorgeeinheit mit dem jeweiligen Jahresmotto auch auf T-Shirts, Brotdosen und Trinkflaschen. Kein Wunder also, dass er sich größter Beliebtheit erfreut und auch unter den Freunden der Kommunionkinder bekannt ist. Denn bei der sehr heterogenen Bevölkerungsstruktur des Düsseldorfer Rheinbogens, mit zwei dörflichen und drei städtischen Gemeinden, zwei sozialen Brennpunkten und einem Stadtteil mit hohem Migrationsanteil, lautet die Aufgabenstellung, die Freude und Begeisterung über die Botschaft des Glaubens zu wecken, wo kaum Glaubenswissen vorhanden ist. Was wäre also besser geeignet als eine solche Identifikationsfigur? Die Videos mit Ekki wollen hier erreichen, dass sich die Kinder mit den Menschen der Gemeinde identifizieren können, dass sie eine Beheimatung in den Kirchen vor Ort und im kirchlichen und gottesdienstlichen Leben finden. Als Begleitmaterial zu den einzelnen Folgen werden die entsprechenden Seiten in der Kindermappe genutzt.

Zwölf solcher zehn bis zwanzigminütigen Video-Einheiten,  die Kindern und Erwachsenen bei unterschiedlicher inhaltlicher Vorbildung und technischer Ausrüstung die Basics des christlichen Glaubens vermitteln, hat das „Ekki-TV“-Team inzwischen mit viel Liebe und Herzblut, technischem Aufwand und persönlichem Engagement produziert. Zu jeder Folge wurden jeweils ein Drehbuch geschrieben, Drehtage und -orte mit den „Darstellern“ festgelegt, Requisiten zusammengetragen, und Schnittmaterial im Archiv und auf entsprechenden Online-Diensten gesichtet. Dabei geht es – orientiert an der Kindermappe des Vorbereitungskurses – um Themen wie „Was ist eine/unsere Religion?“, „Wer und was ist in unseren Kirchen?“ – zum Beispiel auch ein besonderer „Mülleimer“ – , „Was ist eine heilige Messe?“, „Das Sakrament der Taufe“ sowie die Feiertage rund um Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

„Ich kenn dich aus dem Fernsehen.“ – Diese Begrüßung durch Kinder hätten alle Seelsorger, die in den „Ekki-TV“-Videos einen „Auftritt“ hatten, erlebt, freut sich Martin Kürble: „So entsteht eine persönliche intensive Bindung zu den Hauptdarstellern im ‚Fernsehen‘ und vor Ort in der Lebenswelt der Kinder und Eltern“.

Hier gibt es mehr Informationen: https://www.meinegemein.de/aktuelles-termine/aktuelles-events/aktuelles/2-Gottesdienste-zur-Eroeffnung-der-Erstkommunionvorbereitung-22.01.2022/

Foto: Evangelisch-methodistische Kirche Mössingen (EMK);
https://www.emk-moessingen.de/

Zweiter Preis:

Wer liest denn sowas?

Bibel am Strand – mitten in Mössingen
 „Jeder Zweite in Deutschland besitzt eine Bibel, aber nur jeder 16. liest auch darin“, sagt Frank Mader, Pastor der evangelisch-methodistischen Christuskirche in Mössingen an der Steinlach bei Tübingen. Dabei wollen er und sein Team es jedoch nicht belassen, denn „die Bibel ist absolut lesenswert und muss in die Öffentlichkeit gebracht werden“. So riefen sie unter anderen interessanten Angeboten das Projekt „Bibel am Strand“ ins Leben.

Die Geschichte dieser Idee nahm ihren Anfang im Jahr 2016, als eine Gruppe das rund 300 m2 große Gemeindegelände, das sich vom Gemeindezentrum bis zur Steinlach hinunter erstreckt, vom Gestrüpp befreite, terrassierte, mit Rasen begrünte und mit Sitzgelegenheiten und einer Sandspielfläche am Flussufer versah. Der „Steinlach-Strand“ war geboren.

Am Steinlachstrand begegnen sich Menschen aller Generationen und verschiedener Kulturen, da er sich in einer vielfrequentierten Lage in Mössingens Mitte befindet: in der Nähe zur Altenwohnanlage, zum Döner-Imbiss, dem Eis-Café, zum Blumenladen, aber auch zum gegenüberliegenden Spielplatz, nur einen Steinwurf entfernt von dem Ort, an dem bei Krämer-, Floh- und Weihnachtsmarkt viele Menschen flanieren. An warmen Nachmittagen oder lauen Sommerabenden halten sich gut und gerne zwanzig bis dreißig Menschen am Steinlachstrand auf – Menschen, von denen viele den Weg über die Schwelle einer Kirche nicht oder nur schwerlich finden würden. Die will die Gemeinde nun seit 2016 erreichen an ihrem ausgebauten Steinlach-Ufer. Neben der Möglichkeit, Gemeindeveranstaltungen für unterschiedliche Gruppen wie den Familientreff zu gestalten, Gottesdienste oder den Kirchenkaffee, ist der Ort offen für Begegnungen in neuen Formaten. So lädt zum Beispiel das „Strand-Gespräch“ ein zur Diskussion mit Gästen aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche, über aktuelle Themen, die den Mössinger Menschen unter den Nägeln brennen. Das „Strand-Kino“ zeigt Filme mit christlichem Hintergrund und verbindet Kino und Gottesdienst auf innovative Weise. Es gibt weitere Formate wie den „Stand-Empfang“ mit Live-Musik und eben „Bibel am Strand“. „Bibel am Strand“ bringt die Bibel in die Öffentlichkeit: Fünf Menschen aus Mössingen lesen am Steinlachstrand aus der Bibel und reden darüber, alltagstauglich, persönlich, 60 Minuten lang. Die Gesprächsrunden „Bibel am Strand“ wollen die praktische Bedeutung der biblischen Aussagen für das heutige Leben aufspüren, indem sie die alten Texte der Bibel auf ihre Relevanz für den Alltag abklopfen. Dabei sind die Zuschauer, beziehungsweise Zuhörer ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen mit ihren Fragen und Statements. „Die Menschen sollen so interessiert dem Gespräch folgen, dass sie selber zur Bibel greifen und durch die gelesenen und diskutierten Bibeltexte Gott kennenlernen“, wünschen sich Pastor Mader und das „Bibel am Strand-Team“..

Mehr zu lesen und zu sehen gibt es hier: https://www.emk-moessingen.de/steinlachstrand/

Foto: RAKIKI Kiel

Dritter Preis:

Hier gibt’s was auf die Ohren – Gott sei Dank!

RAKIKI – Die RadioKinderKirche Kiel
„Jetzt kommt – RAKIKI!“ – Auf diesen Ruf im Radio freuen sich die Kinder in Kiel, Hamburg, Lübeck und an der Westküste jeden Sonntag. Um 9 Uhr sitzen Hamburger und Lübecker    Familien beim Frühstück und lauschen der RadioKinderKirche im Hamburger Lokalradio und im Offenen Kanal Lübeck. Um 11 Uhr hören Familien im Offenen Kanal Westküste die RadioKinderKirche und die Kieler Familien freuen sich auf die Kindersendung um 13 Uhr im Offenen Kanal Kiel. Im Livestream bei TIDE.radio gibt es noch eine Möglichkeit um 12 Uhr RAKIKI zu hören, und ebenso jeweils im Livestream unter www.lutherjakobi.de/rakiki und www.katholisch-in-kiel.de/rakiki. Denn RAKIKI ist ein Projekt der beiden großen Kirchen.

Die Idee dazu hatte eine engagierte evangelische Mitarbeiterin vom Offenen Kanal Kiel, als sich abzeichnete, dass die 2020 beginnende Corona-Pandemie einen Lockdown mit einschneidenden Maßnahmen mit sich bringen würde – auch in der Arbeit mit Kindern. Betroffen wäre neben den Kindergärten und Schulen natürlich auch die Kinderkatechese. Zwei Telefonate später und kurz nach Verkündung des Lockdowns ergriff ein kleines Team von Ehren- und Hauptamtlichen die Chance, einen Radio-Gottesdienst für Kinder im Grundschulalter zur Ausstrahlung im Offenen Kanal zu produzieren. Die kleine ökumenische Gruppe der evangelischen Gemeinden Luther und Jakobi und der katholischen Kirchengemeinde Franz von Assisi in Kiel, setzte diese Idee im März/ April 2020 um. Mit wenigen vom Offenen Kanal ausgeliehenen Aufnahmegeräten und privatem Equipment ging es los. Erste ehrenamtliche Sprecher/-innen, Kinder wie Erwachsene, waren schnell gefunden. Seitdem sendet die ökumenische RadioKinderKirche einen Radio-Gottesdienst nicht nur für Kinder, mit Geschichten im Hörspielformat, Liedern, Gebeten und einem Impuls für Aktivitäten. 30 bis 40 Minuten am Sonntag – ein schönes Familienritual. Und oft werden aus Zuhörern und Zuhörerinnen Mitwirkende.

Größter Erfolg bisher: Die RadioKrippenFeier zu Weihnachten 2020 inklusive #ChristkindSchrei – was sogar den Weg auf Seite 1 der Kieler Nachrichten fand – mit Ausstrahlungen in vier Bundesländern, sieben Sendern zu elf Zeiten. Die Weihnachtsbotschaft im Hörspielformat ersetzte wegen des Corona-Lockdowns für viele Familien das Krippenspiel, das doch einfach zum Weihnachtsfest dazugehört.