Bisherige Preisträger

2022

Erster Preis: EkkiTV – Das Düsseldorfer Erstkommunion-Fernsehen
Wo ist denn der Mülleimer in der Kirche? Keine Ahnung? Die Erstkommunion-Kinder der katholischen Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen wissen das, denn sie gucken EkkiTV.
Nach dem Beispiel der „Sendung mit der Maus“ erklärt EkkiTV, das Düsseldorfer Kinderkommunion-Fernsehen, via Youtube-Kanal möglichst einfach, unterhaltsam, aber religionspädagogisch wertvoll die Inhalte der Erstkommunionvorbereitung. Die Sendung mit dem Ekki – mit Pastoralreferent Martin Kürble, mit Kaplan Juan Riquelme Cano und dem Koki-Coach-Team – hat seit ihrem Start im Corona-Jahr 2021 inzwischen Kult-Status bei den Kommunionkindern, ihren Familien und Freunden entwickelt; manche schreiben ihr sogar ein gewisses Suchtpotential zu. Und wer ist nun dieser Ekki? Er ist das Maskottchen der Erstkommunionkinder, ein freundliches rundes Wesen mit Armen und Beinen, das sich – mit gleichem Wissensstand wie die Kinder – als Wegbegleiter zur Kommunion mit auf den Weg macht und seither die Begleitmappe außen und innen ziert, die die Kinder in einer Kick-off-Veranstaltung erhalten. Ekki ist außerdem zu finden auf den Team-Shirts der Koki-Coaches und existiert als Kuschelwesen für jede Kleingruppe, als große Handpuppe für Kirchenkatechesen, als Laterne, auf Stempeln, Kerzen, Taschen und Stickern, als Schlüsselanhänger und Plätzchenform sowie über den Merchandising-Shop der Seelsorgeeinheit mit dem jeweiligen Jahresmotto auch auf T-Shirts, Brotdosen und Trinkflaschen. Kein Wunder also, dass er sich größter Beliebtheit erfreut und auch unter den Freunden der Kommunionkinder bekannt ist. Denn bei der sehr heterogenen Bevölkerungsstruktur des Düsseldorfer Rheinbogens, mit zwei dörflichen und drei städtischen Gemeinden, zwei sozialen Brennpunkten und einem Stadtteil mit hohem Migrationsanteil, lautet die Aufgabenstellung, die Freude und Begeisterung über die Botschaft des Glaubens zu wecken, wo kaum Glaubenswissen vorhanden ist. Was wäre also besser geeignet als eine solche Identifikationsfigur? Die Videos mit Ekki wollen hier erreichen, dass sich die Kinder mit den Menschen der Gemeinde identifizieren können, dass sie eine Beheimatung in den Kirchen vor Ort und im kirchlichen und gottesdienstlichen Leben finden. Als Begleitmaterial zu den einzelnen Folgen werden die entsprechenden Seiten in der Kindermappe genutzt.
Zwölf solcher zehn bis zwanzigminütigen Video-Einheiten,  die Kindern und Erwachsenen bei unterschiedlicher inhaltlicher Vorbildung und technischer Ausrüstung die Basics des christlichen Glaubens vermitteln, hat das EkkiTV-Team inzwischen mit viel Liebe und Herzblut, technischem Aufwand und persönlichem Engagement produziert. Zu jeder Folge wurden jeweils ein Drehbuch geschrieben, Drehtage und -orte mit den „Darstellern“ festgelegt, Requisiten zusammengetragen, und Schnittmaterial im Archiv und auf entsprechenden Online-Diensten gesichtet. Dabei geht es – orientiert an der Kindermappe des Vorbereitungskurses – um Themen wie „Was ist eine/unsere Religion?“, „Wer und was ist in unseren Kirchen?“ – zum Beispiel auch ein besonderer „Mülleimer“ – , „Was ist eine heilige Messe?“, „Das Sakrament der Taufe“ sowie die Feiertage rund um Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten.
„Ich kenn dich aus dem Fernsehen.“ – Diese Begrüßung durch Kinder hätten alle Seelsorger, die in den EkkiTV-Videos einen „Auftritt“ hatten, erlebt, freut sich Martin Kürble: „So entsteht eine persönliche intensive Bindung zu den Hauptdarstellern im ‚Fernsehen‘ und vor Ort in der Lebenswelt der Kinder und Eltern“.

Zweiter Preis: Bibel am Strand – mitten in Mössingen
„Jeder Zweite in Deutschland besitzt eine Bibel, aber nur jeder 16. liest auch darin“, sagt Frank Mader, Pastor der evangelisch-methodistischen Christuskirche in Mössingen an der Steinlach bei Tübingen. Dabei wollen er und sein Team es jedoch nicht belassen, denn „die Bibel ist absolut lesenswert und muss in die Öffentlichkeit gebracht werden“. So riefen sie unter anderen interessanten Angeboten das Projekt „Bibel am Strand“ ins Leben.
Die Geschichte dieser Idee nahm ihren Anfang im Jahr 2016, als eine Gruppe das rund 300 m2 große Gemeindegelände, das sich vom Gemeindezentrum bis zur Steinlach hinunter erstreckt, vom Gestrüpp befreite, terrassierte, mit Rasen begrünte und mit Sitzgelegenheiten und einer Sandspielfläche am Flussufer versah. Der „Steinlach-Strand“ war geboren.
Am Steinlachstrand begegnen sich Menschen aller Generationen und verschiedener Kulturen, da er sich in einer vielfrequentierten Lage in Mössingens Mitte befindet: in der Nähe zur Altenwohnanlage, zum Döner-Imbiss, dem Eis-Café, zum Blumenladen, aber auch zum gegenüberliegenden Spielplatz, nur einen Steinwurf entfernt von dem Ort, an dem bei Krämer-, Floh- und Weihnachtsmarkt viele Menschen flanieren. An warmen Nachmittagen oder lauen Sommerabenden halten sich gut und gerne zwanzig bis dreißig Menschen am Steinlachstrand auf – Menschen, von denen viele den Weg über die Schwelle einer Kirche nicht oder nur schwerlich finden würden. Die will die Gemeinde nun seit 2016 erreichen an ihrem ausgebauten Steinlach-Ufer. Neben der Möglichkeit, Gemeindeveranstaltungen für unterschiedliche Gruppen wie den Familientreff zu gestalten, Gottesdienste oder den Kirchenkaffee, ist der Ort offen für Begegnungen in neuen Formaten. So lädt zum Beispiel das „Strand-Gespräch“ ein zur Diskussion mit Gästen aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche, über aktuelle Themen, die den Mössinger Menschen unter den Nägeln brennen. Das „Strand-Kino“ zeigt Filme mit christlichem Hintergrund und verbindet Kino und Gottesdienst auf innovative Weise. Es gibt weitere Formate wie den „Stand-Empfang“ mit Live-Musik und eben „Bibel am Strand“. „Bibel am Strand“ bringt die Bibel in die Öffentlichkeit: Fünf Menschen aus Mössingen lesen am Steinlachstrand aus der Bibel und reden darüber, alltagstauglich, persönlich, 60 Minuten lang. Die Gesprächsrunden „Bibel am Strand“ wollen die praktische Bedeutung der biblischen Aussagen für das heutige Leben aufspüren, indem sie die alten Texte der Bibel auf ihre Relevanz für den Alltag abklopfen. Dabei sind die Zuschauer, beziehungsweise Zuhörer ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen mit ihren Fragen und Statements. „Die Menschen sollen so interessiert dem Gespräch folgen, dass sie selber zur Bibel greifen und durch die gelesenen und diskutierten Bibeltexte Gott kennenlernen“, wünschen sich Pastor Mader und das „Bibel am Strand-Team“

Dritter Preis: RAKIKI – Die RadioKinderKirche Kiel
„Jetzt kommt – RAKIKI!“ – Auf diesen Ruf im Radio freuen sich die Kinder in Kiel, Hamburg, Lübeck und an der Westküste jeden Sonntag. Um 9 Uhr sitzen Hamburger und Lübecker Familien beim Frühstück und lauschen der RadioKinderKirche im Hamburger Lokalradio und im Offenen Kanal Lübeck. Um 11 Uhr hören Familien im Offenen Kanal Westküste die RadioKinderKirche und die Kieler Familien freuen sich auf die Kindersendung um 13 Uhr im Offenen Kanal Kiel. Im Livestream bei TIDE.radio gibt es noch eine Möglichkeit um 12 Uhr RAKIKI zu hören, und ebenso jeweils im Livestream unter www.lutherjakobi.de/rakiki und www.katholisch-in-kiel.de/rakiki. Denn RAKIKI ist ein Projekt der beiden großen Kirchen.
Die Idee dazu hatte eine engagierte evangelische Mitarbeiterin vom Offenen Kanal Kiel, als sich abzeichnete, dass die 2020 beginnende Corona-Pandemie einen Lockdown mit einschneidenden Maßnahmen mit sich bringen würde – auch in der Arbeit mit Kindern. Betroffen wäre neben den Kindergärten und Schulen natürlich auch die Kinderkatechese. Zwei Telefonate später und kurz nach Verkündung des Lockdowns ergriff ein kleines Team von Ehren- und Hauptamtlichen die Chance, einen Radio-Gottesdienst für Kinder im Grundschulalter zur Ausstrahlung im Offenen Kanal zu produzieren. Die kleine ökumenische Gruppe der evangelischen Gemeinden Luther und Jakobi und der katholischen Kirchengemeinde Franz von Assisi in Kiel, setzte diese Idee im März/ April 2020 um. Mit wenigen vom Offenen Kanal ausgeliehenen Aufnahmegeräten und privatem Equipment ging es los. Erste ehrenamtliche Sprecher/-innen, Kinder wie Erwachsene, waren schnell gefunden. Seitdem sendet die ökumenische RadioKinderKirche einen Radio-Gottesdienst nicht nur für Kinder, mit Geschichten im Hörspielformat, Liedern, Gebeten und einem Impuls für Aktivitäten. 30 bis 40 Minuten am Sonntag – ein schönes Familienritual. Und oft werden aus Zuhörern und Zuhörerinnen Mitwirkende.
Größter Erfolg bisher: Die RadioKrippenFeier zu Weihnachten 2020 inklusive #ChristkindSchrei – was sogar den Weg auf Seite 1 der Kieler Nachrichten fand – mit Ausstrahlungen in vier Bundesländern, sieben Sendern zu elf Zeiten. Die Weihnachtsbotschaft im Hörspielformat ersetzte wegen des Corona-Lockdowns für viele Familien das Krippenspiel, das doch einfach zum Weihnachtsfest dazugehört.

2021

Erster Preis: Die „mobile modulare Kirche mit Jurte“ in Brannenburg
Alles, was ein lebendiges Gemeindeleben mit physischer menschlicher Nähe ausmacht, verboten, bestenfalls extrem eingeschränkt mit Maskenpflicht, Abstandsregeln und strengen Hygienemaßnahmen! – Corona verlangt auch den Kirchen viel Kreativität ab. Vieles ging auf einmal nur noch mit neuen digitalen Formaten. Umso erfreulicher, wenn es da schon Ansätze und Strukturen gibt, auf die man in diesen Zeiten zurückgreifen kann. – So, wie bei der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Brannenburg im oberbayerischer Landkreis Rosenheim.
Aus den bereits existierenden Elementen wie Kinder- und Familiengottesdiensten in Wohngebieten, Jugendgottesdiensten, Taizé- oder Schulgottesdiensten und den erfolgreichen Standkonzertandächtchen in Alten- und Pflegeheimen unter dem Label „Kirche im Freien“ entstand jetzt ein Gesamtkonzept mit Modulen für alle Generationen, wetterfest und damit verlässlich. Aus drei Modulen lassen sich ganz einfach und praktisch unterschiedlichste Angebote formen, um Kirche in die Fläche und die Öffentlichkeit zu tragen. Gerade in der Diaspora unbedingt sinnvoll! Denn die Gemeinde umfasst fünf Kommunen, die aus mehreren – teils weit auseinanderliegenden – Dörfern bestehen.
1. Eine Jurte macht die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen wetterfest, wodurch mehr Öffentlichkeit und Flexibilität erreicht werden. Bei Schönwetter werden die Jurtenwände einfach abgeknöpft, und Raum und Möglichkeiten erweitern sich nach außen. Auch die Raumhöhe der Jurte ist flexibel; so können unterschiedliche Raumstimmungen und -situationen geschaffen werden.
2. 180 herkömmliche Bierkisten, die robust, pflegeleicht und zudem nachhaltig sind, bilden das dazugehörende mobile und flexible Sitz-, Lager- und Möbelkonzept.
3. Der mobile Alphornchor: In der Gästeseelsorge der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) hat Pfarrer Michael Krauß Alphörner als wahre Magneten für Veranstaltungen und Gottesdienste erlebt. Geplant ist die Gründung eines kirchengemeindlichen Alphornchors.

Zweiter Preis: Der Ort der guten Nachrichten in Fulda
Schlechte Nachrichten gibt es momentan mehr als wir vertragen können, vom Klimawandel über den weltweiten Rechtsruck, Kriegsherde, Flüchtlingskrisen bis hin zur Corona-Pandemie. Gute Nachrichten müssen her, denn es gibt sie. Man muss sie nur herausfischen und ihnen eine Bühne geben. Das dachten sich Gemeindeleitung und Gemeindeglieder der evangelischem Christuskirche in Fulda und machten ihre Kirche zum „Ort der guten Nachrichten“.
Das Projekt – zunächst als Installation mit der Identifikationsfigur eines Rotkehlchens in der Kirche befristet, als Plattform aber darüber hinaus weiter in den sozialen Medien aktiv – wurde gemeinsam mit Partnern (Stadt Fulda, Vonderau Museum, Fuldaer Zeitung, IHK Fulda, Diakonie, Diakonisches Werk) ausgestaltet, die als und mit Christen auf die Kraft guter Nachrichten setzen. Seit der Eröffnung am 21. Mai 2020 wurden über 250 gute Nachrichten gesammelt, die über einen Hashtag direkt an einen Bildschirm in der Kirche gesendet wurden und auch von zu Hause aus eigesehen werden konnten. Jeder und jedem war darüber auch die Möglichkeit geboten, selbst gute Nachrichten dort zu hinterlassen. So entstand ein Zeichen der Verbundenheit, das Menschen näher zusammenbrachte – und bringt.
Auf einer entsprechenden Facebookseite erschien parallel immer wieder eine „gute Nachricht des Tages“ von Persönlichkeiten der Stadt und von Organisationen. In einem Begleitprogramm entstanden für den YouTube Kanal „Gemeinsam Evangelisch in Fulda“ eine Videoandacht, innerhalb derer Gemeindemitglieder kurze Videobotschaften mit ihrer guten Nachricht gesendet haben und ein Video-Gottesdienst in der Christuskirche mit guten Nachrichten. In der Sommerzeit ging das Rotkehlchen on tour zu den Orten, von denen guten Nachrichten kamen.
Im Vonderau Museum hat das Rotkehlchen nun seinen Ort neben vielen Objekten in einer Sammlung von „Corona-Zeitfundstücken“.

Dritter Preis: Die Pop Up Church in Hamburg
Wer von einer Sache überzeugt ist und etwas Tolles zu erzählen hat, sollte sich damit nicht verstecken, sondern „auf die Straße gehen“. Das gilt auch für die Kirche mit ihrer Frohen Botschaft der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung und allen Menschen. Doch das passiert leider viel zu wenig oder zu zaghaft. Das Christentum ist diskret unterwegs.
Aufgrund dieser Erfahrung haben sich im Sommer 2017 einige Vikare und Vikarinnen der Nordkirche zusammengetan, um Kirche an Orten aufp(l)oppen zu lassen, wo man sie sonst nicht vermutet: im Stadtpark oder im Café, in einer lebendigen Jukebox auf dem Weihnachtsmarkt an der Krippe, mit kleinen Plakaten auf dem Jahrmarkt zwischen Zuckerwatte und Riesenrädern. „Es geht darum, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die nicht die traditionellen kirchlichen Veranstaltungsformate aufsuchen, weil sie niemanden kennen und niemanden haben, der sie mitnimmt. Es geht darum, religiöse Erinnerungen und Fragen zu wecken, die den Alltag im Modus des Schlummerzustands begleiten. Es geht darum, (an)greifbar zu sein, Rede und Antwort zu stehen – eine Kirche der spontanen persönlichen Begegnung zu sein“, beschreibt Pastorin Dr. Emilia Handke die Ziele der „Pop Up Church“
Und längst hat die „Pop Up Church“ weitere Kreise gezogen. So hat sich unter dem Motto „Raus aus der Komfort-Zone, rein in die Lern-Zone“ ein Aktionsnetzwerk aus Vikaren und Vikarinnen, Pastorinnen und Pastoren gebildet, das unter der Leitung von Dr. Handke in die Verantwortung des 2018 neu gegründeten Werks „Kirche im Dialog“ in Hamburg gestellt wurde. Es will vor allem „die religiöse Kommunikation befördern“ und „Sinn für den Sinn von Religion“ wecken. Dafür brauche es „Orte, die von Öffentlichkeit geprägt sind“. Und Kirchengemeinden sind das in der Regel nicht mehr. Die „Pop Up Church“ inspiriert mit ihren Aktionsformaten mittlerweile längst auch andere Kirchenkreise der Nordkirche sowie Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland. Pro Jahr werden etwa drei Aktionen durchgeführt und über die Sozialen Medien verbreitet.

2020

Erster Preis: Die Erlebniswoche „Glück im Topf“ der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde in Greifswald
„Glück im Topf“ (https://www.johannes-greifswald.de/mitarbeit-glueck-im-topf.html) ist eine Kreativ- und Erlebniswoche in den Sommerferien in Kooperation der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde mit anderen christlichen Gemeinden und Organisationen in der Plattenbausiedlung Schönwalde I (Greifswald). Familien mit Kindern bis zur 9. Klasse stehen ganz besonders im Fokus. Die Kinder sollen in dieser Woche ein unvergessliches Ferienerlebnis haben, wobei sie gleichzeitig etwas von der Freundlichkeit Gottes erfahren dürfen. Es geht dabei vor allem um die Stärkung von Selbstvertrauen, Förderung von Kreativität und Eröffnung von Gesprächsmöglichkeiten. Die Woche nimmt inhaltlich Alltagsthemen auf und vermittelt Impulse aus dem Evangelium. Die Aktion wird von ca. 100 Ehrenamtlichen getragen und vorbereitet. Mitmachen kann jede und jeder. Wichtig ist, dass die Ziele verstanden und mitgetragen werden. Der Einsatz der Ehrenamtlichen ist faszinierend und löst Gänsehaut aus: Kontakte werden über das Jahr gepflegt, die Kirchengemeinde ist im Stadtteil präsent und wird stärker als Ansprechpartner wahrgenommen. Die Veranstalter rechnen mit täglich ca. 400 – 500 Teilnehmern. Jeder Tag bestehen aus 6 Modulen: „fest:wiese“ (buntes Angebot für Kinder); „café:kompass“ (Gesprächs- und Begegnungsstätte), „work:shops“ (Kreativangebote für Teens), „familien:bühne“ (Abschlussprogramm des Tages für Präsentationen), „abend:essen“ (gemeinsames Abendessen), „abend:segen“ (als explizit christliches Element). Im Anschluss an die Kreativ- und Erlebniswoche werden eigens Glaubenskurse angeboten, zu denen sich immer wieder neu interessierte Menschen aus der Siedlung anmelden.

Zweiter Preis: Die vernetzte Firmvorbereitung im Dekanat Mainz-Süd
Firmvorbereitung, das sind ein paar Katecheten mit ein paar Kleingruppen von Jugendlichen im wöchentlichen Frontalunterricht – mehr oder weniger. Das war gestern. Firmvorbereitung 2020 – das geht anders. Das Dekanat Mainz-Süd mit seiner „vernetzen Firmvorbereitung“ macht es vor: Die Jugendlichen selbst organisieren und gestalten ihr katechetisches Angebot in sogenannten Intensivzeiten in Eigenverantwortung. Und so kam es dazu:
Die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi wagte 2018/2019 den Vorstoß, die Hinführung an das Sakrament der Firmung näher an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen zu orientieren. Dazu konnten acht Obermessdiener gewonnen werden, die zu Beginn in der „Erprobungsphase“ unter der Leitung des Dekatsreferenten die Umsetzung dieser Idee übernahmen. Ein voller Erfolg! Eine ausgiebige Evaluation in Form von Fragebögen und Einzelgesprächen mit den schließlich Gefirmten und deren Eltern zeigte, dass der eingeschlagene Weg fruchtete. Und mehr noch: Eine große Anzahl der Gefirmten entschied sich für eine katechetische Ausbildung, um im Folgejahr selbst die Firmvorbereitung zu übernehmen. So entstand eine solide Nachhaltigkeit in der Glaubensweitergabe, die sich von Jahr zu Jahr fortsetzt. Nun kam auch das gesamte Dekanat Mainz-Süd bei der Firmvorbereitung mit ins Boot. Durch die breite Vernetzung konnten die Angebote nochmals erweitert werden, an die Stelle der Gottesdienstbesuchspflicht traten zielgruppengerechte Jugendgottesdienste. Ziel ist es, das alltägliche Sprechen über Gott einzuüben und die Jugendlichen nachhaltig für Christus zu begeistern, indem die Charismen der einzelnen Jugendlichen geachtet werden.

Dritter Preis: Die „AbendbeSINNung“ des Don Camillo Stadtklosters in Berlin
Vor zwölf Jahren kam im Auftrag der lokalen Kirchengemeinde und des Kirchenkreises Berlin Stadtmitte eine Gruppe der evangelischen Communität Don Camillo nach Berlin in die Segenskirche, um dort ein Stadtkloster aufzubauen unter den Leitbegriffen „Spiritualität – Vitalität – Gastfreundschft“ (Altbischof Huber). Das Kloster kann kleine Gruppen von Gästen empfangen und liegt mitten im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg – mitten im Leben, präsent, nicht abgeschieden in der Einsamkeit.
Mit dem Stadtkloster wurde ein Raum geschaffen, an dem Menschen Begegnung erfahren können: mit sich selbst, mit Gott und mit anderen Menschen, etwa bei den täglichen Gebeten um 8.00 Uhr und um 12.00 Uhr, bei den regelmäßigen Angeboten zur Meditation und vor allem aber in dem Format „AbendbeSINNung“. Etwas mehr als zwanzig Personen, Frauen und Männer mit ganz verschiedenen beruflichen Hintergründen, auch mit ganz verschiedenen Geschichten im Glauben gehören zum Vorbereitungsteam dieses Angebotes. Die Mehrheit der Gruppe sind Laien, aber auch Pfarrer/-innen oder Prädikant/-innen sind dabei. Zwei oder drei Mitglieder treffen sich, um jeweils die „AbendbeSINNung“ auszuarbeiten, wobei stets vier Sonntage unter einem Thema inhaltlich zusammengefasst sind. Im Zentrum des Gottesdienstes steht immer ein Bibeltext. Wesentliches Element ist dann eine Zeit der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Text, während einer längeren Stille, bei einem Segen, einer Fürbitte-Handlung oder durch die Einladung, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und den Platz zu wechseln.
Meist versammeln sich 30 – 50 Menschen aus dem Kiez (aber auch aus anderen Ecken Berlins) im Alter von 30 – 60 Jahren sonntagsabends um 20.30 Uhr in der Kirche zur „AbendbeSINNung“.

2019

Erster Preis: Das Projekt „Gebet.Zeit“ im Kloster Hirsau
Die Klosterruine Hirsau (Calw) zieht als geistlicher Ort mit seiner einzigartigen Atmosphäre pro Jahr bis zu 30.000 Besucherinnen und Besucher an: Ein großes Potential, das in den letzten sechs Jahren kontinuierlich „geistlich“ aufgebaut wurde. Die Vision: Das alte Kloster Hirsau soll wieder neu zu einem Ort der Gottesbegegnung und des Gebets werden. 2017 entstand das Format „Gebet.Zeit“ als großes ökumenisches Projekt in Zusammenarbeit der evangelischen und der katholischen, sowie den beiden evangelisch-freikirchlichen Gemeinden. In der Zeit von 50 Stunden konnten Besucherinnen und Besucher Tag und Nacht in der noch erhaltenen ehemaligen Krankenkapelle des Klosters an rund 20 Stationen beten, ganz in der Tradition des ewigen Gebets. Überrascht von der überwältigenden Reaktion sahen sich die Veranstalter ermutigt, dieses Angebot auszubauen auf 72 Stunden, eingebettet in weitere Rahmenveranstaltungen auf dem Klostergelände. Die Rückmeldungen zeigen: Wer einmal da war, kommt wieder und bringt Freunde mit.

Zweiter Preist: Das Kinderhaus Sonneberg
Mitten im sozialen Brennpunkt der Plattenbausiedlung Sonneberg-Wolkenrasen (Thüringen) hat der Verein „Lebenswasser e. V. Sonneberg“ des Evangelischen Gemeindezentrums Wolkenrasen einen Flachbau erworben, um dort u. a. Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren einen Raum, gute Betreuung und vor allem die allerersten und einfachsten Grundlagen des christlichen Glaubens zu geben. Im „Kinderhaus“ bieten eine hauptamtliche Mitarbeiterin und zwei geringfügig Beschäftigte gestaltete Nachmittage an mit Glaubensvermittlung, aber auch mit Basteln und Musik machen. Hier lernen die Kinder, sich an Regeln zu halten. Das schenkt Sicherheit und Geborgenheit. Hier gibt es immer einen Nachmittagsimbiss und eine Hausaufgabenbetreuung, hier finden die Alltagssorgen der Kinder offene Ohren, hier es gibt auch ganz praktische Hilfen. Darüber hinaus werden themenbezogene Wochenend-Aktionen oder Ferienwochen geplant, die immer mit einem gemeinsamen Gottesdienst abschließen. Drei Mal im Jahr locken abenteuerliche Ferienlager.

Dritter Preist: Das Kirchenmobil „St. Marys“ in Obernkirchen
Ein leuchtend blauer Bauwagen, vier schmale Fenster mit Rundbogen, ein Glockenturm oben darauf, drinnen vier einladende gelbe Sofas, an der Rückwand eine Kommode mit Kreuz und Kerzenleuchtern – fertig ist das Kirchenmobil „St. Marys“! Es ist ein Projekt der Evangelischen Jugend Obernkirchen und wird betrieben von Ehrenamtlichen der Evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Obernkirchen am nordwestlichen Rand des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg in der Landeskirche Hannover. Projektleiterin ist die Theologiestudentin Julia Schönbeck, viele andere stehen ehrenamtlich hinter den Kulissen bereit mit Technik-Knowhow und Eventmanagement-Qualitäten, damit das Kirchenmobil „on tour“ gehen kann zu Stadtfesten und Jugendfestivals, bei Kirchentagen und Demonstrationen gegen Nazis zum Beispiel. Es ist unverbindlich und authentisch. „Es geht nicht darum, neue Mitglieder zu gewinnen. Es geht darum, da zu sein und zu überlegen, was wir vor Ort in dieser Situation als Kirche Gutes tun können“, so Julia Schönbeck.

2018

Erster Preis: Die Gebets-WhatsApp: Einfach gemeinsam BETEN
Alles fing an bei der Abschlussmesse auf dem Weltjugendtag 2016 in Krakau, als Papst Franziskus den Jugendlichen zurief: „Jesus möchte zu Dir nach Hause kommen. Wie hofft er, dass unter all den Kontakten und Chats des Alltags an erster Stelle der goldene Faden des Gebetes stehe!
In der Begleitung einiger Jugendgruppen aus dem Bistum Augsburg war Pfarrer Daniel Rietzler und Frater Dominikus Hartmann CP die Idee gekommen, den Messenger-Dienst „WhatsApp“ zu nutzen, um junge Menschen auf der Reise ins persönliche Gebet zu begleiten, damit die oft tiefen Glaubenserfahrungen sich im Alltag vertiefen und die persönliche Gottesbeziehung wachsen und reifen kann.
Daraus hat sich ein ganzes Paket rund um das „WhatsApp“-Gebet entwickelt: Die Jugendlichen bekommen anfangs jeden Tag die gleichbleibenden Grundgebete zugeschickt und erhalten zudem einen kurzen Audio-Impuls von einem kompetenten Referenten, einer kompetenten Referentin. Das kann ein Priester sein, das können aber auch Ordenschristen, junge Laien, Väter und Mütter sein.
Einfach beten heißt ohne großen Zeitaufwand mit Gott in Kontakt treten: 15 Minuten täglich, davon 12 Minuten Morgengebet und 3 Minuten Abendgebet mit einem kurzen Tagesrückblick. Der Aspekt der Gemeinsamkeit entsteht dadurch, dass alle zur gleichen Zeit, am Morgen, beten – vor allem das verbindende Gebet des Vaterunser.

Zweiter Preis: Das Soli-Café der Jesus-Freaks in Weimar
Wie kann man heute Glaube, Gemeinde und Gemeinschaft leben? Wie kann man Gottes Liebe in unserer heutigen Gesellschaft in Wort und Tat verantwortungsvoll weitergeben? Und wie zeigt man, dass ein Leben in einer Beziehung zu Jesus das Genialste ist, was es gibt? Das „Soli-Café“ ist ein Weg, mit dem die Jesus Freaks in Weimar diesen Fragen nachgehen und begegnen wollen: mit diesem monatlichen Gottesdienst will das Team um Torsten Hahn – im „bürgerlichen Leben“ Software-Entwickler – sein Umfeld und seine Stadt nachhaltig prägen.
Immer wieder sonntags, einmal im Monat, machen sich die zehn bis 15 jungen Christen im Alter von 19 bis 50 Jahren auf, packen Siebträger-Kaffeemaschine, Mühle, Kaffee und Co. ein und gestalten einen Ort so für diesen besonderen „Gottesdienst“, dass Menschen sich wohl fühlen können. Willkommen ist jede und jeder, egal welcher Konfession, oder auch ohne Konfession. „Unsere Meinung ist, dass die Menschen in Weimar die Hoffnung und Liebe und Annahme brauchen, die Gott uns schenkt“, sagt Torsten Hahn.
Ab 14.00 Uhr beginnen die Vorbereitungen mit einem Vorgebet, ab 15.00 Uhr werden das Kuchenbuffet und die Café-Theke durch ein Gebet, ein Lied oder ähnliches für alle Teilnehmer und Besucherinnen eröffnet. Bis etwa 18 Uhr gibt es ein buntes Treiben, an den Tischen werden Spiele gespielt, Musik (nicht nur zum Lob des Herrn) erschallt aus einer Ecke – sei es live vorgetragen oder durch einen spontanen Singkreis der Besucherinnen und Besucher –, es entstehen Gespräche über Gott und die Welt. Später wird gemeinsam eine Brotzeit vorbereitet, das „Abendmahl“, und wiederum durch ein Gebet eröffnet, wobei alle an einer langen Tafel sitzen und – obwohl viele sich gar nicht kennen – ein wunderbares Gefühl der Einheit entsteht. Weil dieser besondere Gottesdienst meist in der Öffentlichkeit – oft auch draußen – stattfindet, stoßen immer wieder Passanten dazu, die herzlich eingeladen sind. So kann das Soli-Café Kreise ziehen. Ab ca. 20 Uhr wird dann mit allen noch Anwesenden aufgeräumt, bei Bedarf führt das Team noch ein Feedback-Gespräch, zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr ist dann auch nach einem erfüllten Gottesdienst-Tag für die Letzten Feierabend.
„Ein Ort, der voller Liebe ist“, „Eine Atmosphäre, die irgendwie so ganz anders ist, aber schön“, solche Kommentare bestätigen den Jesus Freaks, dass sie mit ihrem Soli-Café auf dem richtigen Weg sind.

Dritter Preis: Ein „Pastor to go“
Man kann ihn mieten, bis zu 90 Minuten, kostenlos! Nein, keinen Staubsauger, keinen Rasenmäher – einen echten evangelischen Pastor. Pastor Steffen Paar kommt und hilft, wo er gebraucht wird – unabhängig von Religion und Konfession, etwa beim Rasenmähen, beim Einkaufen, am Krankenbett, bei der Kinderbetreuung. Einzige Bedingung: eine gemeinsame Arbeit oder Tätigkeit und ein Gespräch über Gott und die Welt. Als Erinnerung an den Einsatz bringt Pastor Paar eine Luther-Playmobilfigur mit.
Entstanden ist sein Projekt aus zwei Gründen heraus:
Zum einen wird Paar als Pastor meist nur als Dienstleister bei Kasualien wahrgenommen, weniger als Seelsorger. Er weiß nur wenig über die Lebenswelten der Menschen in seiner Gemeinde und über das, was sie bewegt. Zum anderen hat das Reformationsjubiläum ihn inspiriert, auf den Spuren, die Martin Luther hinterlassen hat, eine Kirche bei den Menschen zu sein, zu allen Menschen hinzugehen, ihre Sprache zu sprechen und mutig neue Wege zu gehen.
Ziel des Projektes „Pastor to go“ ist es, Menschen neugierig zu machen, vielleicht sogar zu provozieren, den Pastor einzuladen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Der Kirchenmann soll den Menschen und die Menschen dem Kirchenmann näherkommen. „Aus meiner Erfahrung bietet die gemeinsame Arbeit einen guten Einstieg in ein krampfloses Kennenlernen“, sagt Paar. Neben der Bewegung hin zur Kirche ist es Paar wichtig, die Bewegung der sichtbaren Kirche zu den Menschen hin im Bewusstsein zu stärken.
Ein wichtiges „Nebenprodukt“ des Projektes ist die Erweiterung und Vertiefung eines Beziehungsgeflechtes als Grundlage zur Verkündigung. Und zu einer guten Gemeindearbeit und kirchlichen Gemeinschaft.
Bisherige Bilanz: 40 Einsätze, so manches Gesicht, das nach einer Aktion gelegentlich im Gottesdienst zu sehen ist  – und tatsächlich sogar zwei Kirchen-Wiedereintritte.

2017

Erster Preis: Die Bibelerzählerin Simone Merkel
„Ich wusste gar nicht, wie lebendig diese alten Geschichten sind“, diese Reaktion bekommt Simone Merkel in letzter Zeit immer wieder zu hören, wenn sie ihrer neuen Profession nachgeht: biblische Geschichten frei nachzuerzählen, sie aus ihren historischen Kontexten herauszulösen und so ins Heute zu übertragen, dass sie mit ihrer frohen Botschaft den Menschen vertraut werden.
Die evangelische Gemeinde- und Religionspädagogin ist derzeit tätig als Fachberaterin und Fachbegleiterin der kirchlich-gemeindlichen Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und Studienleiterin im Amt für kirchliche Dienste mit Sitz in Berlin. Und seit 2016 ist sie nun auch ausgebildete Bibelerzählerin.
An insgesamt zehn Abenden im Sommer 2017 bietet die Bibelerzählerin in offenen Veranstaltungen ihre Erzählabende an. In Kombination mit Musik und Elementen offener Veranstaltungsformate – wie beispielsweise Gesprächs- und kulinarische Angebote – erzählt Merkel biblische Geschichten frei nach und erreicht damit kirchennahe und kirchendistanzierte Menschen gleichermaßen. Die Abende richten sich insbesondere an erwachsene Zuhörerinnen und Zuhörer. Veranstaltungsorte sind ausgewählte Kultur- und Museumsorte sowie Kulturkirchen im ländlichen Raum des Landes Brandenburg.
„Freies Erzählen ist die älteste und ursprünglichste Form der Überlieferung“, sagt die Bibelerzählerin. „Freies Erzählen ist unmittelbar, es ist persönlich, authentisch und intensiv. Das freie Erzählen biblischer Geschichten setzt die individuelle religiöse Auseinandersetzung voraus und lädt die Zuhörenden selbst dazu ein. Durch Erzählungen vergegenwärtigen sich die Menschen des eigenen Lebens. Sie verarbeiten die Geschichte der Generationen. Mit Erzählungen suchen Menschen nach dem Heiligen und erahnen die Unverfügbarkeit des Allmächtigen. Mit Erzählungen teilen Menschen Erfahrungen. Freies Erzählen belehrt nicht und moralisiert nicht. In dieser Offenheit bleiben Erzählungen ein Angebot für die Zuhörenden.“

Informationen zur Ausbildung Bibelerzählen

Zweiter Preis: Das Worship Café in Witten
Ein 120-minütiger Gottesdienst mit 120 Besuchern und das mitten in der Woche? Das gibt es! Das ist das monatliche Worship Café (creative-kirche.de/gemeinde/gottesdienste/worship-cafe) der Gemeinde Creative Kirche in Witten. Entstanden ist die Creative Kirche aus einem Jugendchorprojekt des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Ihr Auftrag ist es, die gute Nachricht von der Liebe Gottes durch Musik so weiterzugeben, dass Menschen sie als Hilfe im Alltag und Hoffnung für ihr Leben verstehen können. Das Besondere ist: Jeder kann kommen, ob evangelisch, katholisch, als Atheist, getauft oder ungetauft, zweifelnd, sprachlos, glaubend.
„Glauben singen. Glauben leben.“ ist das Motto der Cretaiven Kirche und besonders des Worship Cafés, dementsprechend steht die Musik der christlichen Life-Bands im Mittelpunkt: Profi-Musiker versetzen ihren Glauben in Schwingungen. Die Musik soll nicht einfach nur als Konzert konsumiert werden, sondern Sprachhilfe für die eigene Anbetung sein. Unterbrochen wird das Konzert nach etwa einer Stunde durch einen 15-minütigen geistlichen Impuls von Pfarrer Daniel Hobe, nach zwei weiteren Liedern geht das Worship Café in die Pause, in der die Musiker und Pfarrer Daniel Hobe als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Während des gesamten Gottesdienstes steht ein Catering zur Verfügung. Kommen und Gehen ist jederzeit möglich. Nach der Pause wird zwischen den musikalischen Beiträgen zu Veranstaltungen wie Glaubenskursen, Gottesdiensten usw. eingeladen, das Worship Café endet mit dem Segen durch Pfarrer Daniel Hobe.
Viele Besucherinnen und Besucher aus verschiedenen Gemeinden und Konfessionen nutzen das Worship Café für ihren eigenen Kontakt zu Gott und um kirchendistanzierte Freunde und Bekannte mitzubringen. Fast immer sind bis zu 15 Prozent der Besucherinnen und Besucher das erste Mal beim Worship Café. Manche nehmen bis zu 60 km Fahrt auf sich, um dabei zu sein. Da der Eintritt frei ist, wird am Ausgang eine Kollekte in einem Gitarrenkoffer gesammelt. Getreu nach dem Motto: Gib, was es dir Wert ist und was du erübrigen kannst!

Dritter Preis: Die Wohnwoche mit Jugendlichen im Turm
Wie können Jugendliche zur Selbstständigkeit geführt werden, in Achtung und Respekt zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen und gleichzeitig ihre persönliche Beziehung zu Gott entwickeln, sich darüber austauschen und sich als Teil der Kirchengemeinde erleben? Heikle Fragen, die sich jede Kirchengemeinde gleich welcher Konfession immer wieder stellt, denn Jugendliche, die im Begriff sind, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln, lassen sich nur ungern in das vermeintlich starre Gefüge einer Wertegemeinschaft fügen. Gleichzeitig ist das Jugendalter aber die Zeit, in der Menschen besonders sensibel sind für all die großen und kleinen Sinnfragen des Lebens.
Die „Wohnwoche mit Jugendlichen im Turm“ der evangelischen Apostelkirche in Bocholt, ein Projekt der evangelikalen Jugendbewegung „Entschieden Für Christus“ (EC), hat Wege gefunden, diese Themen aufzugreifen:
Hier leben die Jugendlichen – Konfirmandinnen und Konfirmanden, aber auch andere Jugendliche im Einzugsbereich der Gemeinde – eine Woche lang, von Sonntag bis Sonntag, zusammen, fern vom Elternhaus, und müssen sich selbst organisieren: Schultasche packen, Brote machen, zum Bus gehen, kochen, spülen, waschen und dabei auch Verantwortung für die Gemeinschaft tragen. Sie nabeln sich ein Stückchen weiter ab, während ihre Eltern lernen, ihre Kinder ein Stückchen mehr loszulassen. Das Abendprogramm mit Andacht und Gesprächen über Gott und die kirchlichen Aktionen vertiefen den Glauben und die Fähigkeit, darüber zu reden, denn die Jugendlichen erhalten tägliche „Hausaufgaben“, die sie in ihrem jeweiligen Alltag erfüllen müssen: „Sprich mit einem Mitschüler über Gott!“ oder „Siehe die Welt heute mit Gottes Augen!“ zum Beispiel. Freunde und Klassenkameraden erfahren von den „Turmbewohnern“, werden neugierig und kommen so evtl. auch dazu. Außerdem erleben die Jugendlichen das Gemeindeleben unter der Woche und die Gemeinde erlebt die Jugendlichen.

2016

Erster Preis: Das Projekt „ANDERNORTS: Bibel trifft Kunst“, das in Magdeburg Bibel, Kunst und Menschen in einen spannenden Trialog bringt„Andernorts: Nicht immer am selben Platz. Auf demselben Standpunkt. Demselben Stuhl. Derselben Bank. Nicht immer neben demselben Nachbarn. Derselben Hautfarbe. Derselben Religion. Andernorts: Gott ist größer als Kirchen, Kapellen, Synagogen, Moscheen. Gott ist weitsichtiger und hellhöriger. Er stellt die Füße der Menschen auf weiten Raum. Gott lässt sich nicht festhalten, festschreiben, einmauern, vereinnahmen. Er ist dort, wo man ihn einlässt. Andernorts: Bibel trifft Kunst. Begegnung ist angesagt. Der christliche Gott ist ein geselliger Gott. Er sucht Gespräche. Er schafft Gespräche. Er ist das Wort, das am Anfang war und am Ende wartet. Gott ist kreativ. Eine Begegnung mit der Kunst bietet sich an. Alle sind eingeladen.“ – Das ist – kurz zusammengefasst – die Intension des Projektes. Und mit diesem Eröffnungstext, einer Bibel im Gepäck, einem schlichten Holzkreuz und einer motivierten Gruppe von Künstlern und Musikern, sind die beiden vier Mal im Jahr unterwegs zu Kunstwerken in und um Magdeburg.Ob im Technikmuseum, im mdr-Funkhaus, in einem ehemaligen Stasigefängnis, in Kulturzentren, im Rathaus, in einer Sparkasse oder auf öffentlichen Plätzen: Überall kamen Kunst und biblische Texte in ein spannendes Gespräch. Menschen konnten „ANDERNORTS“ als Ort für sich – und vielleicht auch mit Gott entdecken. „Menschen werden durch ANDERNORTS nicht gleich zu Christen, aber sie öffnen sich“, sagt Gabriele Herbst. Dass das in einer Stadt wie Magdeburg, in der nur noch etwa 12 Prozent der Einwohner Kirchenmitglieder sind, möglich ist, ist für sie „ein Wunder, das man nicht machen kann“.

Zweiter Preis: „Werkstatt Bibel mobil“, eine Wanderausstellung mit sieben Stationen, die kreative und vielfältige Zugänge zur Bibel anbietetDer zweite Preis in Höhe von 3.000,– € geht an die Wanderausstellung „Werkstatt Bibel mobil“. Wenn die Menschen nicht zur Ausstellung kommen (können), kommt die Ausstellung eben zu den Menschen. So dachten sich die beiden Initiatoren des Projektes, der evangelische Pfarrer Stephan Zeipelt und der Religionspädagoge Sven Körber, und packten kurzerhand die Materialien der Dauerausstellung „Vom Papyrus zur App“ vom Amt für missionarische Dienste (AmD) der Evangelischen Kirche von Westfalen in Zusammenarbeit mit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen e.V. in einen kompakten Anhänger. Seither geht die Ausstellung auf Reisen zu interessierten Gemeinden oder Schulen. Vor Ort können die Bereiche der Ausstellung je nach den individuellen Möglichkeiten angereichert und auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt werden. An insgesamt sieben Stationen können eigene Entdeckungen zu Inhalt und Geschichte der Heiligen Schrift gemacht werden. Zum Beispiel vermittelt die „Werkstatt Bibel mobil“ Basiswissen, zeigt kreativ die Überlieferungsgeschichte der Bibel und lädt ein, in aktuellen Bibelausgaben für jede Altersgruppe zu stöbern.

2015

Erster Preis: Mit ihrem Projekt Glauben2017 will die evangelische Landeskirche Baden den Glauben neu zur Sprache bringen. Im Vorfeld des Reformationsjubiläums ist es an der Zeit, ganz offen über den Glauben zu sprechen. Dazu nutzt es – wie Luther – selbstverständlich viele Kommunikationswege: eine Internetplattform, eine Facebook-Seite und den Twitter-Account zum Projekt.

Die Methode nimmt am Katechismus Maß: Auf Fragen werden knappe und möglichst präzise Antworten versucht. Ob Kirchen-Insider oder Randsiedler: Menschen aller Altersgruppen, Prägung und Herkunft können Fragen stellen, persönliche Antworten versuchen, auch mit ihren Zweifeln dazu beitragen, den Glauben in die heutige Zeit zu übersetzen. Veranstaltungen in Kirchenbezirken und Gemeinden der badischen Landeskirche laden begleitend zum realen Gespräch ein.

Zweiter Preis: „Kirchen medial erschließen“ – das Projekt der Nordkirche nimmt Kirchen als Lebensräume mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick. Doch was erzählen die Motive, Symbole, die biblischen Figuren? Eine App, die meist touristischen Kirchenbesucherinnen und -besuchern die Räume erschließt, wird flankiert durch persönliche Begegnungen.

Geschichten der Kirchen erschließen sich neu, wenn man sie in persönlichen Begegnungen präsentiert. Ein Küster erklärt die Einrichtung, eine Großmutter erzählt von ihren Lebensstationen in der Kirche, von ihrer Konfirmation und Hochzeit, von der eigenen Taufe und derjenigen des Enkels. Ein Künstler erklärt die Gestaltung des Kreuzwegs. Zur Nachlese und Vertiefung dienen gedruckte und digitale Medien.

Dritter Preis: ansprechBar bietet Raum und Zeit für Menschen, die einen Gesprächspartner suchen, unabhängig von Konfession und Religionszugehörigkeit. Hans-Georg Schornstein, Pfarrer im Bistum Aachen und Supervisor, steht für Gespräche in Sinn- und Glaubensfragen sowie zur Lebensgestaltung zur Verfügung und bietet Seelsorgegespräche an, als Einzel-, Gruppengespräch oder bei offenen Gesprächsabenden.

Jeden Dienstag jeweils von 12 bis 15 Uhr besteht in einem Café in der Innenstadt (Café Extrablatt) ein offenes Gesprächangebot. Schon während der Heiligtumsfahrt in Aachen 2014, die das Startsignal zu diesem Angebot gab, wurde es rege genutzt. Das Projekt ist eng mit der Glaubensorientierung im Bistum Aachen verknüpft.

2014

Erster Preis: Die Evangelische Schülerarbeit (BK) Berlin errichtet eine Weidenkirche, eine organisch wachsende, grüne und lebendige Kirche, die im Rhythmus der Jahreszeiten lebt und sich verändert, als Ort der Spiritualität und Begegnung.

Die Unterstützung, die den Schülerinnen und Schüler durch ehrenamtlich mitarbeitende Erwachsene angeboten wird, macht die Errichtung zu einem generationenübergreifenden Projekt. Die Evangelische Jugend Bayern teilt die Erfahrung zur Startphase und weiteren Nutzung, die das Vorbild in Süddeutschland bereits realisiert. Der Rundbau auf der „Bäkewiese“, dem Kinder- und Jugendzeltplatz nahe dem ehemaligen Grenzstreifen am Teltowkanal, wird kirchlichen Veranstaltungen Raum bieten, z.B. bei Taufen, Trauungen, Festgottesdiensten, zu Lutherjahr und Kirchentag 2017 …

Die Weidenkirche Berlin ist auch auf Facebook.

Zweiter Preis: Die Katholische Kirche Nord-Neukölln geht „Up to the Streets“ und versucht mit ihren Musikprojekten, Gott ins Gespräch zu „singen“, ja, am liebsten die Menschen in authentischer Weise mit Gottes Liebe in Berührung zu bringen. Künstlerischer Anspruch: Spaß an Musik. Die Musikauswahl „über Gott und die Welt“ ist ein Mix aus rhythmisch ansprechenden sowie textlich zur Zeit im Kirchenjahr passenden Liedern.

Junge Erwachsene und Jugendliche sind eingeladen, mit Instrumenten die Straße und die U-Bahn spontan zu ihrer Bühne zu machen. Am Heiligabend verteilt eine kleine Gruppe in der U-Bahn (U8) eine selbstgebastelte Schachtel mit dem Bild der Krippe und der Botschaft: „Du bist ein Geschenk des Himmels.“

„Mission possible … das Leben lieben“: Unter diesem Leitwort fahren Jugendliche und junge Erwachsene im Sommer in Kleinbussen an die Ostsee, spielen in Bandworkshops ein Set und ziehen damit entlang der Ostsee.

Up to the Streets ist auf Facebook.

Dritter Preis: Für „religiös unmusikalische Menschen“ wird die Schwelle zur Berührung mit der biblischen Botschaft niedrig gelegt: Das Seelsorgeamt des Bistums Görlitz hat den Mut zu neuen Verkündigungsformen. Zur Weihnachtszeit bringt eine große „Dialogkrippe“ die Menschen ins Gespräch mit der Menschwerdung Gottes. Die Dialogkrippe wartet nicht auf Besuch, sondern holt die Menschen ab, wo sie sind: auf dem Schlesischen Christkindelmarkt in der wunderschönen Altstadtkulisse, am Heiligen Abend dann gleich auf dem Bahnhof Görlitz.

Der Titel der Krippe heißt: „Betlehem und die Menschen auf der Flucht in alle Welt.“ Von Dag Hammarskjöld stammt das Zitat: „Leben in Gott ist nicht Flucht aus dem Leben, sondern der Weg zur vollen Einsicht.“ Der frühere UNO-Generalsekretär (1905-1961) steht als zusätzliche Figur mit an der Krippe. Ein weiteres seiner Worte steht für die ganze Idee: „Das Leben hat nur Wert durch seinen Inhalt für andere. Mein Leben ohne Wert ist für andere schlimmer als der Tod … Wie unbegreiflich groß, was mir geschenkt wurde.“

2013

Erster PreisKONFISPIRIT ist eine Initiative des Kirchenkreises München und Oberbayern der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern in Zusammenarbeit mit Inland Records.

Während der Konfirmandenzeit wird mit den Jugendlichen an verschiedenen Glaubensthemen gearbeitet, etwa: Wer ist Gott für mich? Die Konfirmandinnen und Konfirmanden entwickeln eigene Antworten, die sie unter Tonstudiobedingungen aufnehmen. Die Texte werden mit Musik untermalt. So entsteht eine CD, die in limitierter Auflage nur für diesen Jahrgang produziert wird.

Zweiter Preis: Die Katholische Pfarrei „Mariä Unbefleckte Empfängnis“ im Erzgebirge ist mit ca. 580 qm die flächenmäßig größte innerhalb des Bistums Dresden-Meißen. Gemessen an den Kirchenmitgliedern ist sie jedoch die kleinste: Es wohnen nur tausend Christen im gesamten Pfarrgebiet, darunter wenige Kinder und Jugendliche. Ein regulärer Religionsunterricht ist für sie nicht zu gewährleisten.

Kinder- und Jugendsamstage in der Pfarrei gelten als Angebot des Religionsunterrichts wie auch als offene Einladung an alle, als Kinder- und Jugendgruppe zusammenzufinden.

Coaching: Im lokalen Portal leimenblog.de finden die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes Leimen die Geistlichen Worte des Pfarrers. Damit knüpft Pfarrer Arul Lourdu bewusst an lokaler Online-Kommunikation an.

Das Team von Frischfischen prüfte, wie gut die Beiträge erreichbar sind, und entwickelte gangbare Wege und Konzepte zur Optimierung der Auffindbarkeit und Einbettung in die Seite. Der Schauspieler Luca Zamperoni vermittelte Pfarrer Lourdu und seinem Kameramann in mehreren Coachingeinheiten wertvolle Impulse zu besserer Dramaturgie, Kamerapräsenz und -führung.

2012

Unter dem Titel „time 2 celebrate“ erarbeiten Studentinnen und Studenten Filmclips zu christlichen wie nicht-christlichen Festen und Bräuchen. Sie setzen sich auf diesem Weg mit Bedeutung und Sinn dieser Feste und Bräuche auseinander. Die Clips sind auf der Website zu sehen, werden auf einem YouTube-Channel und via Facebook zugänglich gemacht.

Das Projekt der KSG (Katholischen Studentengemeinde) Jülich und des Mentorates im Bistum Essen entstand aus Impulsen des Projekts CrossingOver zur Förderung des Dialogs über Katholische Kirche und Gemeindeleben in den USA und Deutschland.

„Die Themen und Aussagen der Filme sollen auf einer für junge Erwachsene ansprechenden Art und Weise erklärt und umgesetzt werden“, so die Projektleiter, Alexander Peters und Peter Havers. „So soll Zeugnis für einen gewinnenden und vernünftigen Glauben gegeben werden.“